Arno Sassen
Arno Sassen
Kreissprecher & Jugendkoordinator BSW Ostfriesland, Mitglied im Landesvorstand JSW Niedersachsen
1. Welches Thema hat dich politisiert?
Mich haben nicht nur ein einzelnes Thema, sondern mehrere politische Entwicklungen politisiert. Die Agenda 2010 und ihre sozialen Folgen, die Eurokrise, der zunehmende Klimawandel und schließlich die Flüchtlingskrise haben bei mir früh die Frage aufgeworfen, ob die politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre wirklich die richtigen Antworten auf die Probleme unserer Zeit waren.
Gerade die Flüchtlingskrise hat meinen Blick auf Außenpolitik und internationale Zusammenhänge verändert. Für mich kann man die Fluchtbewegungen nicht losgelöst von den Kriegen und militärischen Interventionen betrachten, die insbesondere durch die USA und ihre Verbündeten im Nahen und Mittleren Osten mitverursacht oder verstärkt wurden. Dadurch habe ich mich zunehmend mit den Zusammenhängen zwischen Außenpolitik, Krieg, Migration und sozialer Gerechtigkeit beschäftigt.
2. Warum bist du beim BSW aktiv?
Ich bin beim BSW aktiv, weil ich eine Politik möchte, die sich wieder stärker an den konkreten Problemen der Menschen orientiert und weniger an ideologischen Grabenkämpfen. Für mich gehören soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Vernunft, Frieden und eine starke öffentliche Infrastruktur zusammen. Besonders wichtig ist mir, dass Politik nicht nur in Berlin stattfindet, sondern auch vor Ort sichtbar wird und tatsächlich etwas bewirkt.
Sahra Wagenknecht, Oskar Lafontaine und Fabio De Masi haben mich politisch geprägt, weil sie für eine Politik stehen, die soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Vernunft und Frieden wieder stärker in den Mittelpunkt stellt.
3. Wofür setzt du dich besonders ein?
Ich setze mich besonders für soziale Gerechtigkeit, eine starke kommunale Infrastruktur und eine Politik mit gesundem Menschenverstand ein. Mir ist wichtig, dass Menschen unabhängig davon, wie viel sie verdienen, am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Politik darf sich nicht nur um diejenigen kümmern, die ohnehin eine starke Stimme haben. Gerade diejenigen, die im Alltag weniger Gehör finden, müssen von Politik ernst genommen werden.
4. Was bedeutet soziale Gerechtigkeit für dich?
Soziale Gerechtigkeit bedeutet für mich nicht, dass am Ende alle dasselbe haben. Es bedeutet, dass jeder Mensch eine faire Chance auf ein gutes Leben haben muss. Dazu gehören bezahlbares Wohnen, vernünftige Löhne, gute Bildung, eine funktionierende Gesundheitsversorgung und die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wer jeden Tag arbeitet, darf trotzdem nicht ständig überlegen müssen, wie er am Monatsende über die Runden kommt.
5. Warum sollten sich Menschen wieder mehr für Politik interessieren?
Weil Politik unseren Alltag stärker beeinflusst, als vielen bewusst ist. Ob Miete, Strompreise, Busverbindungen, Schulen, Krankenhäuser oder Arbeitsplätze: Hinter all diesen Dingen stehen politische Entscheidungen. Wer sich nicht für Politik interessiert, überlässt anderen die Entscheidung darüber, wie die eigene Zukunft aussieht. Gleichzeitig darf man den Menschen nicht vorwerfen, sie würden sich zu wenig interessieren. Politik muss auch wieder verständlicher und näher an den Menschen werden.
Wenn mir noch etwas besonders auf dem Herzen liegt:
Ich glaube, dass Politik viel zu oft davon lebt, dass Menschen übereinander reden, anstatt miteinander zu sprechen. Ich möchte Politik deshalb anders machen: zuhören, Probleme ernst nehmen und dann auch anpacken. Man muss nicht bei jeder Frage derselben Meinung sein. Aber man sollte bereit sein, miteinander nach Lösungen zu suchen.
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